Cover-up Tattoos: die wichtigsten Tipps
Cover-up Tattoos gehören zu den häufigsten Anfragen, die ich bekomme.
Vielleicht gefällt dir dein altes Tattoo nicht mehr. Vielleicht hat sich dein Geschmack verändert, das Motiv ist mit der Zeit verblasst oder du möchtest aus einem alten Motiv einfach etwas Neues machen.
Ein Cover-up kann dabei eine sehr gute Möglichkeit sein. Allerdings funktioniert das Überarbeiten oder Ersetzen eines alten Tattoos völlig anders als das Tätowieren auf unberührter Haut.
Was ist überhaupt ein Cover-up?
Bei einem Cover-up wird ein vorhandenes Tattoo in ein neues Tattoo integriert oder durch ein neues Design ersetzt.
Dabei gibt es für mich grundsätzlich drei unterschiedliche Situationen:
1. Ein altes Tattoo auffrischen
Manchmal gefällt dir dein Tattoo eigentlich noch, aber es ist mit der Zeit blasser geworden und die Linien sind nicht mehr so klar.
Dann kann es sinnvoll sein, das bestehende Tattoo aufzufrischen und ihm wieder mehr Kontrast und Klarheit zu geben. Das ist die unkomplizierteste Form eines Cover-ups, weil das ursprüngliche Motiv erhalten bleibt.
2. Ein altes Tattoo durch ein neues ersetzen
Hier möchtest du das bisherige Motiv nicht mehr auf deiner Haut sehen und daraus etwas völlig Neues machen. Das ist die Art von Cover-up, um die es in diesem Artikel hauptsächlich geht.
Dabei wird das alte Tattoo nicht einfach „übermalt“. Das neue Design muss geschickt mit den vorhandenen Formen und dunklen Stellen arbeiten, damit der Blick auf das neue Motiv gelenkt wird.
3. Eine Narbe in ein Tattoo integrieren
Auch Narbengewebe lässt sich tätowieren und in ein Motiv integrieren. Da sich Narbenhaut biologisch anders verhält als gesunde Haut, braucht es hier einen speziellen Ansat. Dazu erfährst du mehr in meinem separaten Artikel.
Wie funktioniert ein Cover-up?
Die Tinte eines Tattoos sitzt in der zweiten Hautschicht. Beim Cover-up wird die neue Tinte in dieselbe Hautschicht eingebracht, in der sich die alte Farbe bereits befindet. Die Pigmente liegen deshalb nicht einfach wie zwei Farbschichten übereinander. Während der Heilung vermischen sie sich und können optisch eine neue Farbmischung ergeben. Deshalb spielt die vorhandene Farbe eine entscheidende Rolle bei der Planung.
Dunkle Farben lassen sich nicht einfach mit hellen Farben überdecken.
Schwarz, Dunkelblau oder Dunkelbraun bieten für ein Cover-up andere Möglichkeiten als sehr helle Farben. Und auch wenn wir das neue Design sorgfältig planen, kann bei einem Cover-up immer etwas von der alten Tätowierung sichtbar bleiben. Das ist nicht automatisch ein Problem. Die Aufgabe besteht vielmehr darin, das alte Tattoo so in die neue Gestaltung einzubeziehen, dass es nicht mehr im Mittelpunkt steht.
So Plane ich ein Cover-up
Bei einem Cover-up ist eine persönliche Beratung besonders wichtig. Ich möchte das alte Tattoo in im Original sehen bevor ich dir sagen kann, was daraus entstehen kann.
Dabei schaue ich mir unter anderem an:
Wie groß ist das bestehende Tattoo?
Um welche Körperstelle gehet es?
Welche Farben und Kontraste sind vorhanden?
Wie stark sind die Linien?
Wie alt ist das Tattoo?
Wie hat es sich im Laufe der Zeit verändert?
Danach können wir gemeinsam besprechen, welche Möglichkeiten es für ein neues Design gibt. Für die eigentliche Gestaltung nehme ich anschließend ein Foto des bestehenden Tattoos und entwickle darauf den neuen Entwurf. Dabei geht es nicht darum, das alte Tattoo einfach möglichst groß zu überdecken.
Wir müssen ein neues Design finden, das mit dem vorhandenen Tattoo funktioniert.
1. Das neue Tattoo wird größer
Das ist der Punkt, der am häufigsten unterschätzt wird. Ein Cover-up wird fast immer größer als das ursprüngliche Tattoo. Manchmal sogar deutlich größer.
Der Grund ist nicht nur, dass mehr Fläche gebraucht wird. Das neue Design soll auch genügend Raum haben, um den Blick vom ursprünglichen Motiv wegzuführen. Wenn du beispielsweise ein kleines Symbol covern möchtest, ist ein anderes kleines Symbol meistens keine gute Lösung. Ein neues, größeres Motiv gibt uns wesentlich mehr Möglichkeiten, die vorhandenen Linien und Formen sinnvoll einzubauen.
2. Dunkle Tattoos sind schwieriger zu covern
Je dunkler dein bestehendes Tattoo ist, desto stärker beeinflusst es das neue Design. Bei einem sehr dunklen Tattoo kann die alte Farbe durch das neue Tattoo hindurch sichtbar bleiben. Das lässt sich nicht immer vollständig verhindern.
Deshalb versuche ich, das neue Design so zu planen, dass vorhandene dunkle Bereiche möglichst sinnvoll aufgenommen werden und der Blick auf das neue Motiv gelenkt wird.
3. Das Alter des Tattoos spielt eine Rolle
Ein älteres Tattoo lässt sich häufig leichter covern als ein ganz frisches. Mit der Zeit verblassen viele Tattoos und die Pigmente verändern sich in der Haut. Dadurch entsteht mehr Spielraum für ein neues Design. Ein sehr frisches und kräftiges Tattoo kann dagegen deutlich schwieriger zu integrieren sein.
Warum das persönliche Gespräch so wichtig ist
Bei einem Cover-up möchte ich dir von Anfang an ehrliche Rückmeldung geben, was technisch möglich ist und was nicht. Mein Anspruch ist nicht nur, eine alte Jugendsünde zu verstecken, am Ende sollst du ein eigenständiges Kunstwerk tragen, das du voller Stolz zeigen möchtest.
Wenn du über ein Cover-up in meinem Studio in Schwedt nachdenkst, schau gerne für ein Erstgespräch vorbei. Wir schauen gemeinsam, welche Möglichkeiten deine Haut bietet und wie etwas Neues entstehen kann.